Karl May lebt!

Karl May ist am 30. März 1912 gestorben. Nach seinem Tode ging das Urheberrecht für 50 Jahre auf seine Erben über. Es ist danach – also im Jahr 1962 – erloschen. (Inzwiscchen ist die Zeitspanne, die nach dem Tod eines Autors vergehen muss, sogar auf 70 Jahre erhöht worden. Wer mehr über das Urheberrecht im Allgemeinen nachlesen möchte, der kann das auf der Seite urheberrecht.de tun)

Vielleicht ist dieser Autor inzwischen doch ein wenig aus der Mode gekommen. – Längst in die Jahre gekommen sind ja auch die Karl-May-Filme, die in den Sechzigern des vorigen Jahrhunderts für Furore sorgten. Begonnen hatte dieses Rival 1962 mit dem Schatz im Silbersee unter der Regie von Harald Reinl, und endete dann schon im Jahre 1969 mit Winnetou und Shatterhand im Tal der Toten. Dennoch sind diese (ebenfalls wohl nicht mehr ganz zeitgemäßen) Filme Teil des kollektiven Gedächtnisses einer ganzen Generation geworden, wie die Reiseerzählungen von May. (Die beiden damaligen Hauptdarsteller Pierre Brice und Lex Barker sind ebenfalls inzwischen verstorben, aber in ihnen haben die Hauptfiguren Winnetou und Old Shatterhand eine Heimat gefunden, genau wie damals May’s Reiseerzählungen im Film eine neue Heimat gefunden haben.

Das alles spricht für die Überlebenskräfte, die in Mays Schöpfungen stecken. Deshalb ist es an der Zeit, herauszufinden, in wie weit diese Kräfte ebenfalls ausreichen, um seine Reiseerzählungen in die digitale Welt des 21. Jahrhunderts zu übertragen.

Zu diesem Zweck habe ich die Seite der Karl-May-Gesellschaft besucht. Dort hat man sich redlich Mühe gegeben, Karl May’s Werk auch digital zu verwalten. Auf diese Weise ist ein Sammelsurium von Formaten und Texten entstanden. Dem Ergebnis kann man eine gewisse Vollständigkeit zwar nicht absprachen, aber es ist dabei leider nichts pragmatisch. Die Texte sind weder bezüglich des Formats noch bezüglich der Zeichenkodierung einheitlich.

Klar, es haben sich verschiedene Freiwillige Verdienste erworben, indem sie die May’schen Texte nach philologischen Kriterien online verfügbar gemacht haben. Aber: Bei Texten, die nicht mehr dem Urheberrechte unterworfen sind, wäre ja eine Aufarbeitung denkbar, durch welche die Texte in den gängigen eBook-Formaten (z.B. EPUB ) kostenlos verfügbar gemacht werden könnten. Das ist bei der Karl-May-Gesellschaft zwar im Prinzip erfüllt, allerdings liegen z.B. die Reiseerzählungen im EPUB-Format nicht in einer Qualität vor, die einem normalen Leser genügen würde: Ich sehe zum Beispiel nicht ein, warum ein eBook die Seitenzahlen enthalten muss, wie sie der eingescannten Vorlage entsprechen. Ein solcher Rückgriff auf die Druckfassung ist doch nur etwas für hartgesottene Literaturwissenschaftler, und nichts für normale Leser! Für die Silbentrennungen am Zeilenende gilt dasselbe, und da hilft es auch nicht, wenn die vollständigen Worte im Anschluss noch in eckigen Klammern hinzugefügt werden.

Es ist mit viel Sorgfalt und Liebe gearbeitet worden, und trotzdem sind die Texte auf diese Weise noch lange nicht in der digitalen Welt angekommen. Da ich mich schon seit längerem mit der Produktion von eBooks beschäftige, hab ich hier sofort eine Herausforderung für mich entdeckt.

Was es bei der Produktion von eBooks für Möglichkeiten gibt, darauf will ich an anderer Stelle eingehen. Hier genügt es zunächst, kurz anzudeuten, was ich gemacht habe. Ich habe die Reiseerzählungen konvertiert und dabei als Basisformat Markdown verwendet, und für die Zeichenkodierung UTF-8. Sämtliche Illustrationen und die Titelbilder habe ich weggelassen, ebenso alle Anmerkungen. Dadurch ist alles so einfach geworden, dass es für mich in ein zumutbaren Zeit überhaupt zu erledigen war.

Im Wesentlichen ging es dann nur darum, die bei der Karl-May-Gesellschaft vorliegenden Texte zunächst in Markdown zu übertragen, und dann (mittels Pandoc ) in eBooks. Das habe ich “nur” für die Reiseerzählungen gemacht, insgesamt immerhin 37 Romane.

Mehr wäre nun einfach möglich, wenn man von den Romanen in Markdown-Format ausgeht, und zum Beispiel noch neue und schöne Titelbilder hinzufügt.

So ist am Ende wenigstens eine kleine Bibliothek der Reiseerzählungen von Karl May entstanden, die ich hier noch kurz “verlinke”. Damit wird es nun für denjenigen möglich, der auf Karl May neugierig geworden ist, alle Reiseerzählungen auf einem Lesegerät zu lesen (auch ein Handy wäre möglich), ohne dass beim Karl-May-Verlag die eBooks für 6,99 € pro Stück erst gekauft werden müssen:

  1. Winnetou I (epub,mobi)
  2. Winnetou II (epub,mobi)
  3. Winnetou III (epub,mobi)
  4. Durch die Wüste (epub,mobi)
  5. Von Bagdad nach Stambul (epub,mobi)
  6. Durchs wilde Kurdistan (epub,mobi)
  7. Der Schut (epub,mobi)
  8. Durch das Land der Skipetaren (epub,mobi)
  9. Im Reich des silbernen Löwen III (epub,mobi)
  10. Im Reich des silbernen Löwen IV (epub,mobi)
  11. Und Friede auf Erden! (epub,mobi)
  12. Der Mir von Dschinnistan I (epub,mobi)
  13. Der Mir von Dschinnistan II (epub,mobi)
  14. Winnetou IV (epub,mobi)
  15. Satan und Ischariot Band I (epub,mobi)
  16. Satan und Ischariot Band II (epub,mobi)
  17. Satan und Ischariot Band III (epub,mobi)
  18. Im Lande des Mahdi I (epub,mobi)
  19. Im Lande des Mahdi II (epub,mobi)
  20. Im Lande des Mahdi III (epub,mobi)
  21. “Weihnacht!” (epub,mobi)
  22. Satan und Ischariot I (epub,mobi)
  23. Satan und Ischariot II (epub,mobi)
  24. Satan und Ischariot III (epub,mobi)
  25. Orangen und Datteln (epub,mobi)
  26. Am Stillen Ocean (epub,mobi)
  27. Am Rio de la Plata (epub,mobi)
  28. In den Cordilleren (epub,mobi)
  29. Old Surehand I (epub,mobi)
  30. Old Surehand II (epub,mobi)
  31. Old Surehand III (epub,mobi)
  32. Im Lande des Mahdi I (epub,mobi)
  33. Im Lande des Mahdi II (epub,mobi)
  34. Im Lande des Mahdi III (epub,mobi)
  35. Auf fremden Pfaden (epub,mobi)
  36. Am Jenseits (epub,mobi)
  37. Im Reiche des silbernen Löwen I (epub,mobi)
  38. Im Reiche des silbernen Löwen II (epub,mobi)

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