Valis – Die ultimative Trilogie von Philip K. Dick

Es sind drei in sich abgeschlossene Romane, die inhaltlich nur sehr lose gekoppelt sind. Drei Romane, die das erzählerische Vermächtnis eines Schriftsteller darstellen, der zu einem Metaphysiker geworden ist, zu einem Wanderer zwischen Wirklichkeit und Wahnsinn: Valis, Die göttliche Invasion und Die Wiedergeburt des Timothy Archer.

Es ist keine Neuerscheinung, aber eine Neuentdeckung für mich, und eines jener Werke, die Bestand haben werden, obwohl sie sperrig sind, obwohl nur wenige sie lesen werden, und obwohl (oder gerade weil) sie letztendlich ein Scheitern dokumentieren.

Zwar werden drei völlig unterschiedliche Geschichten erzählt, trotzdem bilden die Romane eine Einheit. Das Thema, das Zentralmotiv des Autors ist offensichtlich und oft benannt; es zieht sich als roter Faden durch alle drei Bücher: Immer geht es um die Suche nach Gott, um Offenbarungen, göttliche Zeichen, letztlich um obskuren Mystizismus, um Wahnvorstellungen und – wie immer bei Dick – um den Realitätsbegriff.

Es ist allgemein üblich, Dick mit solchen Vokabeln zu beschreiben. Aber hat man ihn mit diesen Schlagwörtern schon ausgelotet? Nein!

Dicks Gedankenspiele sind ausgefeilt und ausgereift. Sie machen keinen Sinn, wirken absurd, abstrus, banal, lachhaft – und sind doch stets strukturiert, durchdacht, komponiert. Der Leser wird geführt und in Bann geschlagen, manchmal ohne dass es ihm bewußt wird. Wer damit beginnt, Valis zu lesen, der stellt sich sofort die Frage, ob der Verfasser dieses Werks nicht psychisch krank gewesen ist. Und genau mit dieser Frage ist er auch schon mitten im Roman angekommen, denn die fiktiven Gestalten stellen sich ebenfalls diese Frage. Der Autor, mehrmals gebrochen und gespiegelt in zwei Charakteren, stellt sich ebenfalls diese Frage. Und aufbauend auf dieser Frage nach der geistigen Gesundheit weiter hineingezogen in eine der sonderbarsten Erlösertheorien, die je zu Papier gebracht worden sind …

Wer mehr lesen will, der mache sich darauf gefasst, dass diese Bücher genau so sperrig und mühsam zu lesen sind, wie es die Realität nun mal eben auch ist …

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